Rückblick 2011

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20. April

 

Jahresmitgliederversammlung


In der Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins Dorfkirche Wegendorf e.V. vom 20.04.11 kam es im Zusammenhang mit den Vorstandswahlen zu folgendem Ergebnis:
Herr Enrico Konkel als Vorsitzender des Vorstands und Herr Michael Töpfer als Schatzmeister wurden für weitere zwei Jahre in ihrem jeweiligen Amt bestätigt. Für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftführers wurde Herr Bernd Josten in den Vorstand gewählt. Herr Michael Elstermann stand für die Arbeit im Vorstand nicht mehr zur Verfügung. Der Vorstand dankt Herrn Elstermann für die geleistete Arbeit als stellvertretendem Vorsitzenden.
Bedingt durch die Wahl von Herrn Bernd Josten in den Vorstand wurde eine Neuwahl der Kassenprüfer/innen notwendig. Von der Mitgliederversammlung wurden Frau Ivonne Marquardt und Frau Antje Ludewig in dieses Amt gewählt.

 

(eko)

12.Juni

Nacht der Offenen Kirche

Nicht nur „Flötentöne“ wurden den Besuchern des abendlichen Konzertes während der Nacht der Offenen Kirche in Wegendorf, veranstaltet durch den Förderverein der Dorfkirche, „beigebracht“. Die Sopranistin Regine Gorowicz verzückte die zahlreichen Zuhörer mit den selten dargebotenen, 1856 entstandenen Brautliedern von Peter Cornelius, einem Zeitgenossen Wagners und Liszts sowie Liedern anderer Komponisten aus Barock und Romantik. Begleitet wurde sie von Nicolai-Artur Dan, der selbst die schon erwähnten Flötentöne dem Publikum darbrachte.
Zur mittlerweile dritten Nacht der Offenen Kirche lud der Förderverein seine Gäste über die Presse, über Flyer, Plakate und Internet ein und gab diesem Konzert seinen Rahmen. Und die Gäste kamen pünktlich und zahlreich um 15:30 Uhr zu Kaffee und Kuchen, zu Bratwurst und Altlandsberger Bier vom Fass, ließen sich alles über die mittelalterliche Kirche, deren sanierungsbedürftigen Zustand und die neue Ziegelpatenschaft erklären und konnten sogar ein Interview mit der RBB-Moderatorin Wibke Harms für „Brandenburg aktuell“ führen, die für eine Liveschaltung vor Ort war.
Dieser so stimmige Pfingstsonntag, der von strahlendem Sonnenschein geprägt war, nahm seinen besinnlichen Abschluss mit einer Abendandacht unter dem von 25 Kerzen erhellten, fast 600 Jahre alten Kreuzgewölbes des Chores.
Alles andere als selbstverständlich sei der Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieser Tag zu einem Fest für die kleine Kirche, für unsere Gäste und uns selbst wurde. Danke für das Engagement der vielen Köpfe und Hände, ohne die es keine Planung, Vorbereitung, Kaffee und leckeren, natürlich selbst gebackenen Kuchen, frisch gezapftes Bier und knusprige Bratwurst gegeben hätte und die alles wieder so herrichteten, als wäre alles nur ein schöner Traum gewesen.
Dank an alle Unterstützer und Spender der Ziegelpatenschaft, zu der der Verein erstmals aufrief und ein herzliches Willkommen den vier neuen Mitgliedern, die an diesem Tag dem Förderverein beigetreten sind.

(eko)

 

18. Juni

 

Wanderung auf dem Jakobsweg

 

"El Camino comienza en sucasa" - Der Weg beginnt vor Ihrer Haustür. Diesem spanischen Sprichwort folgend, haben wir uns am 18.06.11 auf den Weg "vor unserer Haustür" gemacht und haben ein Teilstück des ostbrandenburgischen Jakobsweges, von Müncheberg bis (fast) Strausberg, zu unserer Herausforderung gemacht.

Wir, das sind sieben "Pilgerschwestern- und brüder" aus Wegendorf, die sich von den desillusionierenden Wettervorhersagen nicht abschrecken ließen und dafür trotzdem mit optimalem Wanderwetter, nie vermuteter landschaftlicher Schönheit und Reizen unserer Region, zwei offenen Kirchen in Werder und Garzau (was uns besonders freute), geheimnisvollen Symbolen und Ritzzeichnungen am Werderschen Kirchturm, der restaurierten, imposanten Garzauer Pyramide und letztlich wohlverdientem Klosterdorfer Drachenbrot aus dem Holzofen und brandenburgischem Biobier belohnt wurden.

Einig sind wir uns schon jetzt: nach dem Jakobsweg ist vor dem Jakobsweg! 

 

(eko)

 

20. August

 

Sommerfest

Liebe Freunde der Dorfkirche Wegendorf , liebe Mitglieder und Mitstreiter des Fördervereins, eines vorweg: So ganz unvoreingenommen ist man wohl nie, wenn es darum geht, Bilanz zu ziehen über die eigene Sache. Aber in diesem Fall stehe ich noch etwas unter dem Eindruck des vergangenen Tages, an dem der Förderverein sein diesjähriges, sein drittes Sommerfest feierte.
Monate im Voraus geplant, organisiert und mit immer mehr Details mit Leben erfüllt, fiel der unruhige Blick täglich auf die Wetterprognosen der kommenden Tage. Doch als sich ein nicht mehr zu beeinflussendes Hochdruckgebiet dem Samstag näherte, war eines klar: jetzt stimmt einfach alles. Was uns jetzt noch fehlte waren zahlreiche, gut gelaunte und interessierte Gäste und Besucher. Und diese folgten unserer Einladung, nahmen unsere Werbung wahr oder lasen die Artikel, in denen die lokale Presse in dankenswerter Weise auf diesen Tag aufmerksam machte. In nicht geahnter Zahl kamen Groß und Klein, folgten Bürgermeister Arno Jaeschke und der Altlandsberger Ortsvorsteher und SPD-Abgeordnete Ravindra Gujjula unserer Einladung, und was noch viel schöner war - sie blieben auch. Wer den Platz vor der Kirche betrat, merkte, dass einfach alles passte. Mit der Gestaltung des Areals durch das Zelt für Kaffee und Kuchen, dem separaten Grill und Getränkeausschank, dem Infostand zur Sanierung, dem Bastel- und Schminktisch für die Kinder, der Hüpfburg oder den vielen kleinen Refugien, in denen man entspannt die vielen leckeren Kuchensorten verköstigen oder einen kleinen Plausch führen konnte, scheint der Verein ein gelungenes Konzept gefunden zu haben, um Veranstaltungen dieser Art für seine Gäste zur bleibenden Erinnerung werden zu lassen.
Und lebhaft erinnern werden sich die Kinder neben Basteln und Schminken an das Puppentheater in der Kirche. Mit liebevoll gefertigten Puppen erzählte Achmed Brahim und seine Frau Silvia die Geschichte von Pettersson und seinem Kater Findus und brachte damit die Kinder völlig aus dem Häuschen, so dass diese zeitweilig vergaßen, dass ihre Eltern auch noch da waren. Selbst der anfänglich so arg veränstigte heimliche Hausherr, die Dorfkirchenmaus Herr von Wegen, wagte sich trotz des Katers Findus aus seinem Mäuseversteck und mischte sich unter die kleinen Zuschauer.
Mit einem Soundcheck in der Kirche kündigte sich der musikalische Höhepunkt des Tages an. Sängerin und Schauspielerin Susanne Kliemsch und die Mitglieder der Band "Bon Voyage", Michael Henkel (Piano) und Robert Göber (Kontrabass), waren gekommen, um ihre Zuhörer mit Chansons auf eine Reise durch Frankreich mitzunehmen, die das Leben selbst hätte führen können. Der Klang der Sprache, die Intimität der kleinen Kirche und die Nähe der Künstler zum Publikum ließen einen die flirrende Sommerluft der Provence mit Serge Gainsbourg, einen verregneten Spaziergang auf der Pont Neuf mit Jacques Brel und einen trotzigen, kecken Spatz mit Edith Piaf erahnen. Durch die musikalische und menschliche Tiefe von Susanne Kliemsch ließ sich das Publikum der voll besetzten Kirche entführen auf diese Reise und konnte an deren Ende nicht anders, als den Künstlern für dieses bewegende Konzert mit stehenden Ovationen zu danken.
Kulinarisch gesehen konnten die Besucher während der Pause und nach dem Konzert ihre Reise mit französischem Rotwein und Käsewürfeln noch ein wenig fortsetzen, um gegen 22:00 Uhr den Film "Billy Elliot - i will dance" im Rahmen der Reihe "Kino in der Kirche - Musik im Film"sehen zu können.
Viele der Kinobesucher nahmen im Anschluss die Gelegenheit wahr, den Abschluss des Tages, der gleichzeitig mit dem Klang der Turmglocke auch zum Beginn des neuen Tages wurde, mit einer Abendandacht zu feiern.
Wenn sich am Tag nach dem Fest die Mitglieder des Fördervereins auf dem leergefegten Kirchplatz trafen, um die letzten Handgriffe beim Aufräumen zu erledigen und um sich anschließend noch einmal auf den kühlen Kirchenbänken zum Gedankenaustausch und Résumé niederzulassen, dann wollte man sich schon mal gegenseitig zwicken, um zu realisieren, dass der vergangene Tag für den Verein, die kleine Kirche und ein klein wenig auch für Wegendorf zu einem besonderen Fest wurde. Einem Fest, mit dem sich der Förderverein seiner Bestimmung entsprechend weiter für den Erhalt, die kulturelle Belebung und Nutzung der Kirche als Begegnungsstätte, die Integration der Siedlungsteile und die Identifikation der Menschen mit ihrem Wohnort stark engagierte.
Auch wenn die positive Resonanz des Tages das größte Lob für den außerordentlichen Einsatz der Mitglieder des Fördervereins ist, möchte ich nicht versäumen, auch auf diesem Wege nochmals denen Dank zu sagen, die sich persönlich für das Gelingen dieses Tages eingesetzt haben.

 

(eko)

 

08. Oktober

 

Der etwas andere Rückblick auf eine Jakobswegwanderung,

in einem Gedicht von Torsten Peper

 

Wandersleut

 

Wir wanderten auf verschlungenen Wegen, der heilige Jakob gab uns seinen Segen. Wir folgten der Muschel, soweit vorhanden, ansonsten wir den Weg mit Geschick und Navi fanden.

 

Los ging es in Fürstenwalde an der Spree, da ging es uns noch gut, uns tat noch nichts weh. So machten wir uns auf, so kurz nach acht, was man nicht alles für Dummheiten macht.

 

Fröhlich wanderten wir los, und nach einer Stunde, machten kleine Feiglinge die Runde.
Weiter ging es den Weg entlang, vorbei an so mancher einladenden Bank.

 

Vorbei an Wiesen, hinein in den Wald, das Wetter war schön, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Schritt für Schritt kamen wir gut voran, toll, was man so an Eindrücken sammeln kann.

 

Auch neue Kraft mussten wir sammeln, also Pause. Wir stärkten uns mit Klappstulle und Himberbrause. Ein paar Fotos wurden geschossen, und die schöne Aussicht und Natur genossen.

 

Schlager singend, beschwingt und heiter, ging es leichten Schrittes immer weiter. Obwohl wir beim Singen unser Bestes gaben, war das sicher der Grund, warum wir keine Tiere gesehen haben.

 

Aber wir wurden später noch entschädigt, doch zuerst haben wir uns

weiterer Kümmerlinge entledigt. Dann sahen wir Enten, Riesenfrösche und Rehe, auch Krokodile schwammen ganz in der Nähe.

 

Doch eigentlich waren es Seerosen, das konnte man seh`n, aber egal, die waren auch sehr schön. Dann machten wir Rast und tranken einen „Selbstgebrannten“, und erlebten etwas, was wir noch nicht kannten.

 

Wir saßen und dachten über viel zu hohe Hundetoiletten nach, da hörten wir, wie ein Abfallbehälter mit uns sprach. Lag das am Schnaps oder am langen Weg, wir wussten es nicht, doch komisch ist es schon wenn so ein Ding mit dir spricht.

 

Zum Abschluss von diesem schönen Tag, das musste sein, kehrten wir müde und erschöpft in eine Gaststätte ein. Dort ließen wir uns bewirten mit Kuchen und Kaffee, zum Schluss wünschte der Kellner noch ein schönes „WE“.



 

17. Dezember

 

Weihnachtsmarkt in Wegendorf

 

Es ist (man könnte schon beinahe "wieder" sagen) vollbracht. Der dritte Wegendorfer Weihnachtsmarkt ist Geschichte. Betrachtet man die noch junge Erfolgsstory dieser gemeinschaftlichen Veranstaltung, so hat er in den letzten drei Jahren darin sogar Geschichte geschrieben. Auch wenn dies vielleicht ein wenig dick aufgetragen klingt, aber die überwiegend positive Resonanz auf dieses "Mammutprojekt" veranlasst mich zu dieser Einschätzung.

Froren einem in den letzten beiden Jahren bei - 17° C noch die alkoholfreien Getränke ein, so gehörten diesmal Gummistiefel zum wetterbedingten Outfit. Doch auch davon ließen sich die zahlenmäßig nicht mehr erfassbaren Besucher keineswegs beindrucken und strömten unbeirrt zum Markt in der Dorfmitte. Dieser präsentierte sich wieder um die weihnachtlich herausgeputzte Tanne und war bereits gegen 15.00 Uhr so gut besucht, dass ich nicht sagen kann, ob sich zeitweilig 250 oder mehr Menschen zu den kulinarischen, kunsthandwerklichen oder akustischen Angeboten hingezogen gefühlt haben. Basteln der Senioren mit den Kindern, Knecht Ruprecht und die Kleinen vom Kindergartenverein "Wilde Wiese", Livemusik auf dem Markt, Waffel backen im Küsterhaus, Puppenspieltheater und Gospelkonzert in der Dorfkirche - für jeden persönlichen Geschmack, für Groß und Klein, Alt und Jung - die Organisatoren des Weihnachtsmarktes haben ein Programm gestemmt, das für alle Beteiligten nach Seinesgleichen sucht. Und ich gebe offen zu, dass ich gegen Ende des langen Abends ein klein wenig neidisch auf die drei Schafe im Gatter am Weihnachtsbaum blickte, die, mittlerweile den Trubel um sich herum vergessend eng aneinander liegend, ihre verdiente Ruhe genossen.

Für den Förderverein sprechend ein herzlicher Dank an alle an der Vorbereitung und Durchführung Beteiligten - keine Namen - jeder möge sich angesprochen fühlen, der sich mit seinen Ideen oder tatkräftigen Händen mit eingebracht hat!

 

(eko)